Das Autenrieth-Coupé vom Kapitän 2,6 vor dem Nobel-Hotel

hahlmodelle.de | Opel Kapitän P 2,6 Autenrieth Coupé vor Hotelkulisse

Einführung

Opelmodelle, die in den 50ern und 60ern von Autenrieth in Darmstadt umgebaut worden sind, haben schon einen ganz besonderen Reiz. Deshalb habe ich auch einige davon, seit ein paar Tagen auch das Coupé vom 1959er Kapitän P 2,6 von Neo Scale Models. Was liegt also näher, als einmal eine zeittypische „Zeitungsreklame“ dieses Modells vor imposanter Kulisse für die betuchte Kundschaft zu erstellen?

Das Bild

hahlmodelle.de | Hotel Bellevue in Boppard

Hotel Bellevue in Boppard

Versetzen wir uns doch mal in die Lage der damaligen potenziellen Kaufinteressenten: Ein Opel Kapitän macht schon etwas her im Wirtschaftswunder-Deutschland. Noch mehr macht natürlich ein Coupé davon her – vor allem, wenn der Herr Direktor auch einmal als „sportlicher Selbstfahrer“ unterwegs sein möchte. Und wo fährt er dann am Wochenende hin? Natürlich nur in die feinsten Hotels. Also brauche ich eine edle Kulisse, vor der das Coupé geparkt werden kann – idealerweise als Nachtaufnahme, um möglichst viel „Glanz und Glamour“ in der Anzeige transportieren zu können. Eine kurze Bildersuche in meinem Archiv fördert ein Bild vom „Hotel Bellevue“ in Boppard am Rhein zutage, welches ich vor etlichen Jahren als Beifang zu einem Auftragsshooting mit der digitalen Kompaktkamera beim abendlichen Streifzug durch die Stadt gemacht hatte.

hahlmodelle.de | Der Kapitän im Lichtzelt und schon leicht bearbeitet.

Der Kapitän im Lichtzelt und schon leicht bearbeitet.

Der Kapitän wird im Lichtzelt geparkt und fotografiert. Hier nehme ich absichtlich eine sehr kurze Weitwinkel-Brennweite, damit die Perspektive dramatisch übersteigert bzw. sogar verzerrt wird. Wer sich einmal die Zeichnungen von Autos in der damaligen Werbung ansieht, der findet sehr schnell heraus, dass die Autos niemals die originalen Proportionen aufwiesen, sondern immer eigenschaftstypisch verzerrt und überhöht dargestellt worden sind. Hier nutze ich diesen Effekt fotografisch aus, um das lange Heck ein wenig überzubetonen. (Als angenehmer Nebeneffekt der Weitwinkelbrennweite bleibt das Auto auch bis zur Vorderseite einigermaßen im Schärfebereich.) Der übertriebene Lichtfleck an der einen Heckflosse wird später mit ins Anzeigen-Motiv einbezogen. Das gemachte Bild kommt dann in etwa so wie hier rechts abgebildet aus der Kamera. Einige Bearbeitungsschritte in Lightroom haben den Eindruck eines modernen Digitalbildes schon etwas abgemildert.

Die Montage

hahlmodelle.de | Stellprobe: Der Kapitän parkt vor dem Hotel

Stellprobe: Der Kapitän parkt vor dem Hotel

Nach dem Freistellen des Coupés sowie dem Anpassen des Hintergrundbildes ist dann recht viel zu tun: Als erstes muss ich den „Asphalt“ im Vordergrund verlängern, damit genügend Platz zum Parken bereitsteht. Rechts soll später der Werbetext in einem Kasten stehen, da muss ich also nicht allzu sorgfältig arbeiten. Nachdem Kapitän und Hotel die Stellprobe zu meiner Zufriedenheit absolviert haben, beginnt nun der Teil, der ein wenig mehr Arbeit machen wird. Aber erst einmal der Zwischenschritt hier als Bild links.

Dann kommt der aufwändige Teil: Alles muss farblich zusammenpassen und insgesamt soll die „Reklame“ auch schon altersbedingt nachgedunkelt sein und einen leichten partiellen „Shabby Chic“ haben. Zudem brauchen wir hier leicht gedämpfte Farben der damaligen Zeit und die Beschriftung muss inhaltlich und typografisch auch in die Zeit passen.

Irgendwann hin ich fertig, das Logo von HAHLMODELLE.DE füge ich ganz dezent als Kennzeichenbeschriftung noch ein und dann habe ich es – Resultat siehe oben. Dass bis heute nicht geklärt ist, ob es damals tatsächlich einen solchen Kapitän in dieser Farbe gegeben hat, ist mir eigentlich egal. Das war halt das Vorserienmodell für die „Reklame“ – der spätere Käufer wollte den Wagen dann doch lieber in weiß haben.

Fazit: Diese Anzeige habe ich nicht ganz so schnell gebaut wie die vorherige, aber das liegt eher an den Besonderheiten, die ich im Bild haben wollte.