Der Mancona

Digitales Modellauto Opel | hahlmodelle.de | Opel Mancona

Einführung

Im www geistern ja einige Vorbildfotos zu diesem – wie ich finde gelungenem – Umbau herum. Am bekanntesten dürfte das Bild vom grünen Mancona sein. Für diejenigen, welche hier im Dunkeln tappen: Der „Mancona“ ist ein Ascona A Voyage mit der Front eines Manta A. Heutzutage würde so etwas von der zuständigen Marketingabteilung ja als „Lifestyle-Kombi“ oder „Sportstourer“ mit viel Tamtam inszeniert werden – ohne allerdings dem Käufer einen wirklichen Nutzwert offerieren zu können. Aber lassen wir dieses Thema, gute Kombis zu bauen hat Opel sowieso spätestens mit Omega B bzw. dem letzten Vectra verlernt.

Hinweis: Das hier gezeigte Modellauto existiert nur digital und nicht in meiner realen (Vitrinen-) Welt.

Kommen wir zurück zum „Mancona“: Wenn die einzelnen Modelle hier sowieso in den Vitrinen stehen, dann sollte es doch auch möglich sein, diese am PC passend „zusammenzubauen“ – oder? Also ging es los…

Erste Frage: Welche Modelle nehme ich?

Zum Glück kann ich beim „Casting“ auf etliche Bewerber zurückgreifen. Generell ist bei Foto-Produktionen ist nichts ärgerlicher, als wenn man schon bei der Produktion des Rohmaterials Kompromisse machen muss. Vom Ascona A stehen hier zwei Caravan (grün und hellblau) und ein Voyage in den Vitrinen (und immer noch ein Ungebauter in der Werkstatt). Schnell steht fest, dass eigentlich nur der hellblaue Caravan von Minichamps als Modell in Frage kommt, da die anderen nicht so detailgetreu sind (Resine-Bausätze) und der Voyage wegen seines Holzdekors an den Flanken auch noch aufwändiger zu retuschieren wäre.

Bei den Mantas ist die Entscheidung ebenfalls schnell gefällt: Die von IXO aus der Car-Collection gehen wegen der unmöglich gestalteten Frontpartie gar nicht (platt statt gepfeilt, Beispiel hier), über das Pilen-Modell brauchen wir aus Detaillierungsgründen nicht zu reden, nehmen wir also den Gelben aus der seinerzeitigen Opel Car Collection von Schuco. (Den Gelben auch deshalb, weil er von der Farbe her einen ähnlichen Helligkeitswert wie der hellblaue Ascona hat – das erleichtert spätere Anpassungsarbeiten.)

Jetzt wird fotografiert

… noch nicht ganz – ein paar Vorüberlegungen sind schon noch notwendig:

Da hier aus zwei realen Modellen ein digitales gemacht werden soll, müssen beide im gleichen Winkel und unter möglichst ähnlichen Lichtbedingungen fotografiert werden. Zusätzlich muss vor dem Fotografieren auch schon feststehen, in welcher späteren Kulisse das Modell auftauchen soll. Bevor die Modelle also einzeln fotografiert werden können, müssen sie in einer zur später verwendeten Kulisse passenden Perspektive abgelichtet werden. Also braucht es als Erstes eine Idee, in welchem Kontext das fertige Modell präsentiert werden soll.

Beim „Mancona“ liegt es nahe, ein wenig vom Zeitgeist der späten Sechziger oder der frühen Siebziger mit anklingen zu lassen, also Freiheit, Exotik und ein wenig Fernweh – gepaart mit einem sportlich dynamischen Auftritt. Und das Ganze am besten noch am Meer bei Sonnenaufgang. Eine Bildersuche im eigenen digitalen Fotoarchiv fördert sehr schnell das gewünschte Fotomotiv ans Tageslicht:

Mancona - Sonnenaufgang am Meer

Tunesien – Sonnenaufgang am Meer

2006 hatte ich in Tunesien den Auftrag, nördlich von Tunis eine Ferienanlage zu fotografieren, dabei entstand auch dieses private Bild vom Sonnenaufgang über dem Meer an der Küste von Raf Raf. Das Bild muss natürlich für die spätere Verwendung noch ein wenig passend aufpoliert und gespiegelt werden, aber das sind leichte Übungen…

Durch den sehr dunklen Vordergrund ergibt sich die Möglichkeit, einen ansteigenden Weg hereinzumontieren, so dass der Mancona später von rechts kommend bergan im Bildmotiv stehen kann. Oben im Bildmotiv bleibt dann noch genügend Platz für den Text der – gedachten – Werbeanzeige.

Aber jetzt wird fotografiert

Nun ist klar, wie das digitale Modell später im Bild platziert sein soll, jetzt können die beiden Modelle passend fotografiert werden. (Im Gegensatz zu den Autoherstellern kann ich leider nicht auf digital beliebig renderbare Daten von  Fahrzeugen zurückgreifen, deshalb die ganzen Vorüberlegungen.)

Die Modelle werden von schräg unten fotografiert, das Licht kommt flächig von der Seite, beim Manta etwas mehr von vorne, da die Front mit dem Kühlergrill und den Scheinwerfern zum „Absaufen“ neigt. Bei Schuco-Modell des Manta A sitzen mir die Scheinwerfer sowieso ein wenig zu tief in der Karosserie drin, das wird aber später noch behoben…

Hier also jetzt die Bilder – noch ohne Bearbeitung, einfach roh aus der Kamera:

 

Mancona - Der Manta A von Schuco

Mancona – Der Manta A von Schuco

Mancona - Der Ascona Caravan A von Schuco

Mancona – Der Ascona Caravan A von Minichamps

Und nun ab in die digitale Werkstatt

Mancona - Freigestellt und erste Anprobe

Mancona – Freigestellt und erste Anprobe

Erster Schritt ist das Freistellen der einzelnen Fahrzeuge, man kann hier schon sehr exakt arbeiten, muss es aber nicht bis zum letzten Pixel tun. Es erleichtert die spätere Bearbeitung der Übergänge zwischen den Fahrzeugen, wenn man noch etwas „Fleisch“ hat, um Lücken oder unschöne Kanten ausgleichen zu können. Parallel zum Freistellen der Fahrzeuge werden vom Ascona noch die Fensterscheiben als Masken erstellt, damit später dort das Hintergrundmotiv durchscheinen kann. Eine erste „Anprobe“ der neuen Nase beim Ascona Caravan zeigt: Das wird passen, beide Hersteller haben bei der Maßstabstreue keine großen Abweichungen zu verzeichnen.

Mancona - Zusammengefügt und angepasst

Mancona – Zusammengefügt und angepasst

Jetzt können die Karosserieteile zusammengefügt werden, beide werden auf Graustufen reduziert und vorher noch in der Grundhelligkeit angepasst, damit der neue Farbauftrag später einheitlich aussieht. Die Frontblinker, das 1900er-Schild sowie der Opel-Blitz und der Opel-Schriftzug im Kühlergrill vom Manta behalten ihre ursprüngliche Farbgebung – die passt hier schon. Der nun entstandene „Mancona“ bekommt noch die Felgen vom Schuco-Manta (die sehen einfach sportlicher aus) und die Scheinwerfer auf der Beifahrerseite werden noch etwas nach vorne versetzt. Ein paar Karosseriespalten müssen noch angepasst werden und die Scheibe vom Manta ist etwas anders geneigt als die vom Ascona – hier ist ein wenig Feinschliff in der Bildbearbeitung angesagt. Passt dann alles, muss nur noch die Maske der noch fehlenden Frontscheibe angelegt werden und wir haben einen weiteren Zwischenstand.

Vorletzter Schritt: Die Farbgebung des Fahrzeuges sowie das passende Licht vom Hintergrundmotiv. Alles muss zusammenpassen, von daher habe ich mich beim „Mancona“ für eine Lackierung entschieden, die dem damaligen „signalorange“ nahekommt. Das passt einerseits gut zum sportlichen Charakter des Fahrzeuges und andererseits fügt es sich harmonisch in die Hintergrundkulisse eines Sonnenaufgangs am Meer ein. Der (gedachte) Vordergrund mit dem ansteigenden Weg muss auch noch eingebaut werden und dann sind wir auch schon fast fertig. Und spätestens jetzt kommen auch die eingangs erwähnten Masken für die Scheiben zur Anwendung. Diese werden gebraucht, um den Hintergrund durch die Scheiben etwas realistischer aussehen zu lassen. Hierbei ist Fingerspitzengefühl angesagt: Zu wenig Wirkung lässt den Wagen schnell ohne Scheiben dastehen, zu viel Wirkung und der Wagen hat Milchglas-Scheiben…

Fehlt nur noch der passende „zeitgeistige“ Text (sorry, das mit dem „Shooting-Brake in 50 Jahren“ konnte ich mir nicht verkneifen) in einer passenden Typografie, ein Opel-Logo aus dieser Zeit und das eigene HAHLMODELLE.DE-Logo und wir sind fertig. Nicht vergessen werden sollte dann auch noch ein passendes Nummernschild. Resultat siehe oben.

Fazit: Wieder ein digitaler Umbau, der Spaß gemacht hat. Schade, dass es den nicht in 1:43 gibt.